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Altersvorsorge - wie Sparer ihre Rentenlücke schliessen können

Die Begriffe Altersarmut und Rente werden auch in der Schweiz immer wieder in Verbindung gebracht, denn nicht alle Schweizer leben im Wohlstand. In einigen Fällen kann die staatliche Rente die Kosten für ein adäquates Leben nicht mehr decken, vor allem wenn der gewohnte Lebensstandard beibehalten werden soll. Um dem entgegenzuwirken, ist es daher sinnvoll, während des Berufslebens Rücklagen zu bilden. Diese können beispielsweise durch Einnahmen, Kapitalerträge oder auch Sparmassnahmen erzielt werden. Effektive Anlageprodukte können die Rentenlücke mittels passender Sparrate sogar vollends schliessen.

Erfahren Sie mit den folgenden Fragen, welche Arten der Altersvorsorge es gibt und worauf Sie bei der Berechnung Ihrer persönlichen Sparrate achten sollten:

Welche Arten der Altersvorsorge stehen mir zur Verfügung?

Bei der Altersvorsorge stehen vor allem langfristige Anlagen im Vordergrund. Welche Anlageform neben der staatlichen und der betrieblichen Rente  am Ende die effektivste ist, hängt von verschiedenen äusseren Einflüssen, wie Gehalt, Lebensstandard oder Familienstand jedes Einzelnen ab. Aus diesem Grund sollten Anleger die Auswahl der Altersvorsorge mit Bedacht wählen. Für eine systematische Planung hilft das Drei-Säulen-Modell:

Staatliche Altersvorsorge (AHV)

Die staatliche Rente entspricht dem solidarischen Prinzip und ist obligatorisch. Sie dient der Existenzsicherung, schützt im Falle einer Arbeitsunfähigkeit und sichert die Hinterbliebenen im Todesfall ab. Um eine AHV-Rente zu erhalten, muss bei der kantonalen Ausgleichskasse ein Antrag erstellt werden. 

Die Finanzierung der AHV-Rente erfolgt durch das Umlageverfahren. Hierbei zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer monatlich einen Beitrag für Rentner, die derzeit die AHV-Rente beziehen. 


Betriebliche Altersvorsorge

Bei der betrieblichen Rente handelt es sich um eine betriebliche Pensionskasse, die für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab einem Erwerbseinkommen von CHF 21'330 verpflichtend ist. Zusammen mit der AHV-Rente deckt die betriebliche Altersvorsorge rund 70 Prozent des letzten Einkommens ab.

Die Finanzierung der betrieblichen Altersvorsorge erfolgt über das Kapitaldeckungsverfahren. Hierbei werden die Beiträge direkt in die Pensionskasse des Arbeitnehmers gezahlt. Wie hoch diese letztendlich ausfällt hängt von der Demographie, dem Erwerbseinkommen sowie der Arbeitsdauer ab. Arbeitnehmer, die ihre Rente vorzeitig beziehen, müssen mit Kürzungen der Rentenhöhe rechnen. 


Private Altersvorsorge  

Private Altersvorsorgeprodukte, wie etwa Versicherungen, Immobilien oder langfristige Geldanlagen, können die Lücke zwischen der staatlichen sowie betrieblichen Altersvorsorge und dem Bedarf im Ruhestand schliessen.

Bei einer langfristen Geldanlage können Sparer hingegen auf flexiblere Produkte zurückgreifen, bei denen der Einzahlungshöhe weit weniger Grenzen gesetzt sind. Entscheidend ist bei der Geldanlage eher, ob Sparer ihr Geld lieber risikoreich oder sicher anlegen möchten.


Festgeld als Ergänzung zur privaten Altersvorsorge 

Festgelder sind eine gute und sichere Ergänzung zur privaten Altersvorsorge. Mit dieser konservativen Anlagemöglichkeit können Sparer beispielsweise bei einer Laufzeit von 3 Jahren gute Zinsen generieren, ohne dem Risiko von Wertschwankungen ausgesetzt zu sein.

Bei einem Festgeld werden Gelder über eine festgelegte Laufzeit, mit festen Zinsen angelegt. Es handelt sich um eine planbare und sichere Form der Geldanlage, die Kundeneinlagendurch die EU-weit harmonisierte Einlagensicherung in Höhe von bis zu CHF 100‘000 pro Anleger und Bank schützt.

Ab wann sollte ich mit dem Sparen beginnen?

Aufgrund der Vorgabe des Schweizer Rentensystems, können Anleger genau berechnen, wie viel Zeit ihnen bis zum Renteneintritt zur Verfügung steht. Um diese verfügbare Zeit vollends auszuschöpfen und die Versorgungslücke im Alter optimal schliessen zu können, ist es empfehlenswert mit der Altersvorsorge frühzeitig zu beginnen – idealerweise mit dem Eingang des ersten Gehalts. Das ermöglicht eine höhere Ersparnis über einen längeren Zeitraum. Darüber hinaus profitieren Sparer weit mehr vom Zinseszinseffekt.

Für Anleger, die erst im mittleren oder höheren Alter Gelder einsparen können, ist es jedoch nicht zu spät. Passende Anlagestrategien und auch ein Blick auf die eigenen Besitztümer, können im Alter finanziellen Rückhalt bieten - darunter Immobilien, Wertgegenstände oder Sparprodukte, wie beispielsweise gut verzinste Festgeldanlagen. Festgelder können sich vor allem dann lohnen, wenn es sich um eine sichere Anlage handeln soll, die das Vermögen für eine kurze- bis mittelfristige Laufzeit erhält.

Welche finanziellen Mittel besitze ich aktuell und auch in naher Zukunft?

Für ein direktes Sparziel ist es unumgänglich, die eigenen Finanzen und Besitztümer zu kennen. Anleger sollten sich daher einen genauen Überblick verschaffen.

Für eine Auflistung sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Einnahmen und Ausgaben
  • Kapitalanlagen (Immobilien, Wertgegenstände etc.)
  • Die gesetzliche-, betriebliche und/oder private Rente
  • Bestehende Anlageprodukte
  • Zukünftige Zinserträge

Wie viel Geld muss ich erwirtschaften, um meinen Lebensstandard im Ruhestand zu halten?

Die Bedürfnisse im Alter unterscheiden sich von denen, die man vor dem Renteneintritt hatte. Reisen, ein Umzug aufs Land oder Zeit für ausgefallene Hobbys, können die finanzielle Lage im Rentenalter erheblich beeinflussen. Darüber hinaus bestehen laufende Kosten für Lebensmittel, Miete und weitere Ausgaben, wie etwa für Gesundheitsmassnahmen. Im Durchschnitt empfiehlt es sich, für den Ruhestand insgesamt rund 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens einzuplanen, um keine Einbussen beim gewohnten Lebensstandard befürchten zu müssen.

Was muss ich berücksichtigen, wenn sich meine finanzielle Situation ändert?

Mit jedem Jahr können sich die Umstände im Leben verändern und somit auch die Bedürfnisse im Alter. Daher sollten Anleger ihre Sparrate und Strategie für den Ruhestand stets im Auge behalten und in wichtigen Lebensphasen anpassen. Eine solche Phase kann beispielsweise der Erwerb einer Immobilie, ein neuer Job, ein Baby oder auch ein neues kostspieliges Hobby sein.

Ein regelmässiger Blick über die aktuelle Lebenslage, finanzielle Mittel sowie zukünftige Bedürfnisse sorgt dafür, dass dauerhaft genug Geld für den Ruhestand bereitgestellt werden kann. Denn es ist stets das Ziel, auch im Alter gut versorgt zu sein! Sparen Sie heute, für morgen.